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Camera Obscura-Fotografie
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Durch die große Bildweite und durch Streuung der Lichtstrahlen in der Camera kommt es zu einer geringeren Belichtung der Aufnahmematerialien zu den Rändern hin. Dadurch wird das Positiv zur Mitte hin zumeist heller, das bildwichtigste Detail kann damit besonders herausgestellt, bestimmte Akzente können gezielt gesetzt werden (Lichtsteuerung).
Durch die langen Belichtungszeiten "verschwinden" bewegte Objekte (Mensch, Wolken, Fahrzeuge) aus dem Bild: es entstehen "stille" Ansichten einer sonst belebten Welt.
Eine Lochkamera muss nicht fokussiert werden, denn sowohl nahe wie ferne Objekte werden ja in gleicher Bildschärfe abgebildet.
Da eine Linse bzw. ein Objektiv fehlt, kommt es zu keinen Abbildungsfehlern. Es gibt keine Brechung und keine Reflexion durch ein oder in einem Objektiv, aber eine Beugung am Blendenrand.
Die Schärfeleistung moderner Objektive erreicht die Lochkamera nicht. Es kommt immer zu einer "naturgegebenen" Konturenunschärfe, die gewissermaßen "atmosphärische Impressionen" ermöglicht (wie sie z.B. schon von den sog. Kunstfotografen um die vorletzte Jahrhundertwende gewünscht worden ist).

Lochkamera-Arbeiten in unserem Sinne sind keine Schnellschussprodukte, sie sind artifizielle Ergebnisse eines langen Denk-, Vorbereitungs-, Bearbeitungs- und künstlerischen Experimentierprozesses. Ehe ein einziges Bild tatsächlich fertiggestellt worden ist, vergehen (statistisch gesehen) grundsätzlich etwa zehn Tage ! Und da die Positive als Kontaktkopien vom gleichgroßen Negativ entstehen, ist die Camera-obscura-Fotografie wahrlich kein preiswertes "Hobby".zurück << >> weiter